Vor dem Kauf von Wellensittichen sollte folgendes beachtet werden:

- Wellensittiche können 12 bis 15 Jahre alt werden
- Wellensittiche sind Schwarmtiere, also Wellensittiche nie alleine halten
- Der Käfig kann nie groß genug sein
- Wellensittiche brauchen täglichen Freiflug
- Wellensittiche machen Dreck
- Wellensittiche brauchen Beschäftigung
- Vorsicht mit anderen Haustieren (Hunde, Katzen ...)
- Wohin mit den Vögeln, wenn Sie verreist sind
- Wellensittiche dürfen nur mit Zuchtgenehmigung gezüchtet werden !!!

Anschaffung:
Wer sich einen Wellensittich zulegen möchte, muß sich vor dem Kauf über einige Voraussetzungen klar sein. Denn schließlich handelt es sich um ein lebendes Wesen, dass bei guter Haltung bis zu 15 Jahren alt werden kann. Hier einige Fragen, die man sich stellen sollte:

Ist dir bewußt, daß ein Wellensittich fünfzehn Jahre alt werden kann und in dieser Zeit regelmäßige Pflege benötigt?

Sind alle Familienmitglieder mit dem neuen Hausgenossen einverstanden und auch bereit, im Notfall für die Pflege zu sorgen?

Hast du einen geeigneten Standort für den Käfig?

Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wohin der Wellensittich gebracht wird, wenn du im Urlaub fährst oder krank wirst?

Bist du bereit, für den nötigen Freiflug zu sorgen?

Ist dir klar, daß der Vogelkäfig und auch alle anderen Plätze und Gegenstände, mit denen der Wellensittich in Berührung kommt, sauber zu halten ist?

Wenn der Vogel krank wird, bist du dann bereit für ihn entsprechende Medizin zu besorgen oder zu einem Tierarzt zu gehen?

Ist dir klar, daß Vögel auch schon mal laut werden können?

Ist dir bewußt, daß ein Wellensittich, der alleine gehalten wird, auch deinen persönlichen Zuspruch und Kontakt benötigt (mit ihm spielen und sprechen)?

Falls dein Wellensittich nicht so zahm wird, wie du es dir vorgestellt hast, wirst du auch weiterhin für ihn sorgen?

Falls du dir nicht soviel Zeit für deinen Vogel nehmen kannst, bist du dann bereit, ihm einen Partner zu kaufen?

Männchen oder Weibchen?
Sie haben so ziemlich die gleichen Bedürfnisse und unterscheiden sich kaum im Wesen voneinander. Aber sie haben unterschiedliche Eigenarten, da sie auch im Wildleben verschiedene Aufgaben zu erfüllen haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß sich Weibchen sehr gut alleine beschäftigen können. Sie können stundenlang an einem Gegenstand im Käfig nagen (Sitzstange), es kann allerdings auch vorkommen, daß sie sich während des Freifluges an der Tapete zu schaffen machen. Männchen singen und zwitschern dagegen ausdauernder.

Wellensittiche kaufen:
Man geht in ein Zoofachgeschäft, kauft einen Wellensittich - fertig. Ganz so einfach sollte man es sich nicht machen, etwas mehr Zeit muß man schon mitbringen. Wenn man vor der plappernden bunten Vogelschar steht, kann man sich zuerst gar nicht entscheiden - schön sind sie alle. Aber oft trügt das Äußere. Vögel, die verängstigt in einer Ecke des Käfigs sitzen und sich kaum bewegen, sind schwerer zu zähmen als solche, die neugierig und forsch auf alles zugehen, sich mit ihren Artgenossen beschäftigen oder mit Gegenständen spielen. Wichtig ist auch den Käfig bzw. die Unterbringung der Vogelschar zu überprüfen. Haben die Vögel genügend Bewegungsfreiheit oder sind sie in einem Käfig eingepfercht? Und wie sieht es mit der Gesundheit des Vogels aus? Hier eine kleine Checkliste, wie ein gesunder Sittich aussehen sollte:

Der Vogel sollte sich putzen und Kontakt zu seinen Artgenossen haben.

Sein Gefieder sollte glatt anliegen und matt glänzen.

Die Schwanz- und Schwungfedern sind bei einem Jungvogel zwar noch nicht ganz ausgebildet aber dürfen keinesfalls geknickt abstehen.

Die Federn um den After sollten nicht verschmutzt oder mit Kot behaftet sein. Dies kann ein Zeichen für Durchfall oder eine schlimmere Krankheit sein.

Wie bei allen Papageien sollten 2 Zehen nach vorne und 2 Zehen nach hinten weisen.

Das Brustbein des Vogels ist nach außen gerundet und nicht eingefallen (mit dem Finger leicht über die Brust streichen)

Augen und Nasenlöcher sondern keine Flüssigkeit ab und sind nicht verkrustet.

Kaufe keine zu schweren, überzüchteten Standardsittiche. Diese Tiere sind träger, verfetten leicht und sind daher krankheitsanfälliger.

Vögel, die aufgeplustert auf der Stange sitzen und sich schon im Geschäft leicht aus dem Käfig fangen lassen, sind evtl. krank. Ein gesunder Vogel mag es nicht, gefangen zu werden und versucht daher, der Hand zu entkommen.

Trenne nie ein Pärchen, daß sich gegenseitig putzt oder miteinander schnäbelt voneinander. Da Wellensittiche sich ein Leben lang treu bleiben, trauern sie sehr intensiv bei einer Trennung. Kaufe am besten beide!

Unterbringung:
Der Fachhändler wird dir einen kleinen Karton oder Plastik-Käfig geben, in dem du deinen Wellensittich nach Hause tragen kannst. Paß aber auf, daß er dabei keiner Zugluft ausgesetzt wird. Bevor man sich den neuen Schützling ins Haus holt, sollte man sich Gedanken darüber machen, wo er zukünftig stehen soll. Das Wellensittichheim in deinem Haus wird seine Burg, seine Zuflucht vor unserer "verrückten" Welt. Der Käfig sollte groß genug sein, dass er genügend Bewegungsfreiheit hat. Er sollte auch nicht direkt in der Sonne aber auch nicht in Zugluft stehen. Am besten stellt man das Wellensittichheim an einem erhöhten Ort, dein Liebling mag es, aus der Vogelperspektive auf seine Umgebung herabblicken zu können. Möglich ist zwar auch ein Wandarm, aber das Geschaukel des Käfigs, wenn ein Mensch daran stößt, macht die Vögel nervös. Gegen wippende Zweige haben Wellensittiche nichts, nur der Käfig sollte am besten auf einer festen Unterlage stehen. Nachts kann man den Käfig mit einem Tuch abdecken, das gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit und er schläft schneller ein. Die Grundausstattung besteht aus Sitzstangen, Futter- und Trinkgefäße und einem Napf für Zusatzfutter. Alle Gefäße sollten immer gefüllt sein. Weiter können im Käfig eine Schaukel, ein Spiegel und eine Leiter angebracht werden, denn Wellensittiche spielen gern.

Wellensittiche und andere Haustiere:
In einem Haushalt mit Katzen sind Wellensittiche fehl am Platz. Zum einen kann man dann den Wellensittichen keinen Freiflug gewähren, ohne die Katze einzusperren, zum anderen wird schon die Gegenwart der Katze die Vögel ängstigen. Auch bei einer sonst zahmen Katze kann bei entsprechender Gelegenheit der Jagdtrieb ausbrechen. Schließlich zählen Vögel zur natürlichen Nahrung von Katzen.

Ein Hund, der vorsichtig an den neuen Hausgenossen gewöhnt wird, ist da schon viel unproblematischer. Ihm kann man klarmachen, dass der Wellensittich dazugehört und absolut tabu ist. Trotzdem sollte man Hund und Vogel in der ersten Zeit nicht ohne Aufsicht lassen. Dem Hund sollte man seine Grenzen aufzeigen (nicht auf den Käfig zustürmen und mit der Pfote bewegen), damit die Vögel sich nicht erschrecken.

Ein Aquarium mit Fischen ist normalerweise auch ungefährlich, aber der Wellensittich könnte aus Versehen ins Becken geraten. In einem kleinen Becken könnte er sich nicht durch Flügelschläge wieder an die Oberfläche bewegen, um von dort aus abzufliegen, er würde ertrinken. Daher sollte ein Aquarium immer abgedeckt sein und zwar so, dass die Abdeckung nicht verrutschen kann, wenn der Wellensittich darauf landet.