Käfige und Zubehör


Größe:

Die Devise für das Heim des Sittichs heißt: So groß wie möglich. Denn Sittiche brauchen sehr viel Platz. Als grobe Faustregel gilt, dass Vögel ihre beiden Flügel ungestört ausbreiten können müssen, da darf auch kein Spiegel oder sonstiges Sielzeug im Wege sein. Nachfolgend die Maße, die Käfige mindestens haben sollten:
für ein Wellensittich-Paar: 70 cm lang, 40 cm breit, 50 cm hoch

Gitterstäbe:
Die Gitterstäbe sollten an mindestens zwei Seiten des Käfigs waagerecht verlaufen, da Sittiche begnadete Kletterer sind u. an senkrechten Gitterstäben keinen Halt finden u. abrutschen würden. Je nach Größe des Vogels muss auch der Abstand der Gitterstäbe beachtet werden. Zu kleine Abstände und der Vogel kann sich Füße u. Schnabel einklemmen, zu große Abstände und er steckt eventuell seinen Kopf hindurch u. bekommt ihn nicht mehr heraus oder schlüpft sogar ganz hindurch. Nachfolgend die Abstände der Gitterstäbe: 12 mm


Material:
Die Gitterdrähte sollten aus rostfreiem Metall sein, am besten matt verchromt. Sehr gut zu reinigen sind Gitter, die mit Epoxydharz beschichtet sind. Kunststoffbeschichtete Gitterdrähte sind wiederum ungeeignet, da die Vögel diese annagen u. Teilchen verschlucken könnten, die zu Verdauungsproblemen führen könnten. Wichtig: Es ist besonders darauf zu achten, dass nirgends spitze Drähte, die nicht abgestumpft sind an bzw. in den Käfigen vorhanden sein. An diesen können sich die Vögel sehr ernsthaft verletzen oder sogar verbluten.

Käfigtür:
Diese sollte groß genug sein, dass man den Vogel mit der Hand hinausholen kann, ohne dass er irgendwo anstößt.

Bodenschale:
Sie sollte aus bruchsicherem u. hitzebeständigem Kunststoff bestehen. Schlagfest deshalb, damit sie nicht so schnell beschädigt werden kann u. sich die Vögel an irgendwelchen ausgeschlagenen Ecken u. Kanten verletzen können. Und Hitzebeständig vor allem deshalb, damit sie auch mit heißem Wasser gründlich gereingt werden kann. Eine Schublade ist nützlich, damit das Wechseln des Vogelsandes erleichtert wird. Wenn der Käfig ein Bodengitter hat, sollte man dieses entfernen, da der Kot daran hängen bleibt u. das Gitter die Sittiche daran hindern würde, sich am Boden aufzuhalten.

Anmerkung:
Runde Käfige sind für Sittiche nicht ganz so geeignet, da sie darin nicht fliegen können, denn meistens sind diese zwar hoch, aber nicht lang genug. Wichtig ist immer die Länge des Käfigs, weil Vögel nun mal keine Hubschrauber sind, sondern stets waagerecht fliegen. Auch sind die Rundkäfige meistens mit senkrechten Gitterstäben versehen, diese bieten dem Vogel aber keine Klettermöglichkeiten. Ebenso ungeeignet sind Holzkäfige, da diese dem starken Nagebedürfnis der Sittiche nicht standhalten würden.

Hinweise zur richtigen Käfigausstattung

Sitzstangen:

Die meisten Käfige enthalten bereits Stangen aus Hartholz oder Kunststoff. Diese sollten so schnell wie möglich durch Naturäste ausgetauscht werden, damit die Muskulatur von Beinen u. Füßen der Sittiche gestärkt wird. Zweige in unterschiedlichen Stärken sind ebenfalls gut, damit es nicht zu Druckgeschwüren an der Unterseite der Füße kommt. Der Vogel sollte die Äste aber nicht völlig umgreifen können, damit die Krallen auch abgenutzt werden. Außerdem knabbern Sittiche u. Wellensittiche sehr gerne an diesen Zweigen, was zum einen eine gute Beschäftigungsmöglichkeit ist, zum anderen nehmen sie dadurch auch Mineralstoffe auf, die in der Rinde von frischen Zweigen enthalten sind. Geeignete Zweige sind: Holunder, Erle, Linde, Pappe u. Weide
Die Sitzstangen sollten hoch - tief - hoch u. nicht zu dicht angebracht werden, also nicht in einer Ebene u. immer mit genügend großem Abstand (auch zur Käfigdecke). Der Vogel muss sich ausreichend bewegen können u. zum Fliegen u. Springen animiert werden.

Futter- u. Wassernäpfe:
Die Näpfe sollten so angebracht sein, dass man möglichst von außen heran kann, das erspart den Vögeln in der Eingewöhnungszeit viel Aufregung. Einige sind in die Bodenschublade eingelassen, andere wiederum mit Klammern außen an der Käfigwand befestigt. Gut zu reinigen sind Näpfe aus Edelstahl, Hartplastik, Keramik oder Porzellan. Futter- bzw. Wasserspender bringen vielfach Probleme mit sich, zum einen können Futterspender sehr leicht verstopfen, zum anderen bleibt das Wasser zu lange im Spender. Wasser sollte aber immer so frisch wie möglich gereicht werden. Allerdings hat ein Wasserspender den Vorteil, dass das Wasser sauber u. frei von Kot bleibt. Man sollte den Speiseplan eines Wellensittichs so abwechslungsreich wie möglich gestalten und den Vogel so früh wie möglich an Extrakost wie Obst oder Zwieback gewöhnen, deshalb ist ein drittes Näpfchen angebracht, welches man in den Käfig hineinhängen kann.

Badehäuschen:
Da Sittiche gerne baden, kann man es mit einem Badehäuschen versuchen, welches man ab u. zu an das Käfigtor anbringt. Das Badehäuschen sollte am Boden ein gerilltes Profil besitzen, damit der Vogel nicht ausrutschen kann. Vielleicht führt man regelrechte Badezeiten ein, worauf sich die Sittiche dann freuen. Einige Sittiche lieben es allerdings, mit einer Blumenspritze abgeduscht zu werden, auch kann man eine flache Schale mit Wasser auf den Käfigboden stellen. Wichtig ist, dass das Wasser abgestanden ist, so dass es nicht mehr so chlorhaltig ist.

Schnabelwetzstein:
Er sollte zur Käfigausstattung hinzugehören und am besten neben einer Sitzstange angebracht werden, so dass ihn der Sittich immer erreichen kann. Kalksteine oder Sepiaschalen dienen nicht nur zum Wetzen des Schnabels, sondern die darin enthaltenen Stoffe sind für das Knochensystem u. zur Bildung der Federn sehr wichtig. Am besten benutzt man Steine, die man mit einer speziellen Halterung am Käfiggitter befestigen kann. Solche Halterungen bekommt man im Zoofachhandel.

Vogelsand:
Es sollte unbedingt spezieller Vogelsand benutzt werden, also keine Blumenerde oder gar Bausand, da er unverträgliche Stoffe enthält. Der Vogelsand erfüllt zum einen hygienische Aufgabe, da er den Kot der Wellensittiche aufnimmt u. bindet und desinfiziert. Zum anderen liefert der Sand wichtige Mineralstoffe u. sind die darin enthaltenen Steinchen lebensnotwendig für die Verdauung. Wellensittiche haben keine Zähne wie wir Menschen und benötigen daher Sand, damit die Nahrung im Magen mit Hilfe des Sandes zerrieben wird. Vielen Wellensittichen macht es auch Spaß, darin herumzuscharren. Falls der Vogel nicht gerne auf den Boden geht, sollte man Vogelsand u. Gritsteinchen in Zusatznäpfchen anbieten.

Spielzeug:
Im Handel wird mittlerweile alles Mögliche angeboten: Gitterball, Wägelchen zum Ziehen, Riesenrad mit Schaufeln in denen man Futter hineinlegen kann, Ringe, Glöckchen, Schaukeln u. Spiegel. Diese Spielzeuge dienen als Zeitvertreib für den Vogel, meistens ein Einzelvogel , der sich ja bei Abwesenheit des Menschen irgendwie beschäftigen muss. Besser sind mindestens zwei Vögel, die sich dann miteinander beschäftigen. Natürlich sind diese Spielzeuge nicht ganz überflüssig, man kann z.B. eine Leiter u. eine Schaukel im Käfig anbringen. Oder aber diverse Spielsachen an einen Vogelbaum anbringen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass die Spielzeuge aus ungiftigen und knabberfesten Materialien sind.

Spiegel u. Vogelattrappen sind sehr umstritten, da männliche Vögel im Spiegel nicht ihr Ebenbild, sondern eine potentielle Partnerin sehen u. diese dann anbalzen und füttern. Das kann mit der Zeit zu schweren Verhaltensstörungen führen, da ihre Liebesbemühungen ja nicht erwidert werden. Und eine Disposition zur Kropfentzündung kann sich einstellen, wenn das Männchen wieder und wieder versucht zu füttern.

Besser sind da selbst gebastelte Spielzeuge, die ganz einfach herzustellen sind. Zum Beispiel kann man frische Zweige anbieten, damit das Nagebedürfnis des Wellensittichs befriedigt wird, dann könnte man auch Bast befestigen, welches die Wellensittiche dann mit ihrem Schnabel bearbeiten. Spielzeug kann man innerhalb, aber auch außerhalb des Käfigs anbieten.

Sauberhalten
Alle Gegenstände, mit denen der Vogel sich beschäftigt oder in Berührung kommt, müssen peinlich sauber gehalten werden, damit Ungeziefer und Parasiten keine Chance haben. Die Näpfchen mit kochendheißem Wasser ausspülen und gut abtrocknen, KEIN Spülmittel verwenden. Sitzstangen mit einer Zahnbürste und heißem Wasser säubern. Auch der Sandschuber und die Bodenschale einmal wöchentlich feuchtheiß abwaschen. Den Sand möglichst jeden zweiten Tag erneuern. Den Käfig zum Reinigen leer in die Badewanne stellen und Gitter heiß abbrausen, danach gut abtrocknen. Bitte niemals Spülmittel oder andere Reinigungsmittel verwenden, da sie für den Vogel tödlich sein können.

Sand
Der Sand zum Ausstreuen des Käfigbodens dient nicht nur der Hygiene, sondern ist auch wichtig für die Gesundheit des Vogels. Vom Sand nimmt er täglich etwas auf als Verdauungshilfe. Außerdem erhält der spezielle Vogelsand auch Kalk- und Mineralstoffe. Darum ist es nicht gerade empfehlenswert, den Käfig mit einer Art Sandpapier oder Vogelteppich auszulegen, da Wellensittiche gerne alles anknabbern und sie sich an dieser Pappe verschlucken könnten. Außerdem bringt man sie um den Spaß, im Sand herumzupicken.

Baden
Wellensittiche baden gerne. Es ist besonders schön, einem Wellensittich beim Baden zuzuschauen. Deshalb sollte man ihnen dieses Vergnügen auch ab und zu gönnen. Dazu gibt es in Zoofachgeschäften Badehäuschen mit gerillten Boden, damit sie nicht ausrutschen. Es geht auch, einen schweren flachen Gegenstand (Aschenbecher) mit Wasser zu füllen und ihnen so den Badespaß zu ermöglichen. Der Behälter sollte groß (nicht tief) genug sein, damit sie auch mal einen Flügel eintauchen können. Anschließend aber für genügend Wärme sorgen, damit der Vogel sich nicht unterkühlt.