Was muß ich bei der Eingewöhnung meines neuen Sittichs beachten?

Wenn der große Moment gekommen ist: Den kleinen Transportkarton an einer Seite öffnen und den Vogel vorsichtig in sein neues Heim entlassen. Lärm oder auch Musik beunruhigen den Wellensittich jetzt nur. Also ist Ruhe angesagt! Herausfangen oder gar Umstellen und Hin- und Hertragen des Heims ist ebenfalls schädlich für den kleinen Erdenbürger. Ruhiges Anschauen ist okay, aber keine hastigen Bewegungen. Dabei kann man beruhigend auf den kleinen Piepmatz einreden.

Manche sitzen anfangs scheinbar traurig, jedenfalls ganz ruhig da, beobachten aber ihre Umgebung für uns unmerklich genau und beginnen zu toben, sobald sich ein ihnen noch unbekannter Mensch nähert. Andere klettern anscheinend lustig im Käfig umher, stehen dabei Kopf, machen Überschläge oder versuchen den Kopf in jede Ecke zu stecken, als wollen sie Verstecken spielen. Sie sind aber gar nicht lustig, denn dahinter steckt eine Verhaltensweise, die bei allen Tieren in Konfliktsituationen häufig ist. Sie wollen sich selbst und ihre Beobachter von dem sie beherrschenden Angstgefühl ablenken.

Ein wenig Körnerfutter auf den Boden zu streuen und ein zusätzliches Wassergefäß daneben zu stellen. Ganz junge Vögel finden nicht gleich das Wasser und Futter im Spender und könnten so Not leiden.

Gleich am ersten Abend im neuen Zuhause decke das Vogelheim mit einer leichten, lichtundurchlässigen Decke zu, so daß der Vogel mit der Zeit lernt, daß dies das Zeichen zur Nachtruhe ist. Die nächsten Tage über muß der Wellensittich genau beobachtet werden. Wichtig ist, daß er Futter und Wasser aufnimmt. Nach einer Woche kann man versuchen, behutsam mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber jetzt wäre es noch zu früh, den Wellensittich frei fliegen lassen. Das Wiedereinfangen des noch nicht zahmen Vogels würde die ersten positiven Beziehungen zum Halter sehr belasten.

Rede mit ruhiger Stimme mit deinem Freund, vermeide aber schnelle Bewegungen und jeden Zwang. Du wirst sehr schnell merken, was den Vogel belastet, ihn unruhig oder ängstlich werden läßt. Erste Kontakte mit deinem Finger solltest du den Vogel ganz vorsichtig und freiwillig machen lassen. Gehört der Vogel einem Kind, sollten die Eltern es jetzt zur Ruhe und Geduld anhalten, damit die erste Begegnung auch gelingt.